Einleitung

Ferngläser bedienen sich seit den legendären Fernrohren alter Piratenkapitäne immer derselben Grundelemente und beruhen auf denselben physikalischen Prinzipien. Das Fernglas verkörpert quasi ein Fernrohr mit zwei Okularen – es ist bi-okular oder exakt ausgedrückt binokular. Versteht man das Grundprinzip, lässt sich auch die Funktionsweise eines Fernglases sehr leicht verstehen.

Drei Grundelemente

Ein modernes Fernglas benötigt regelmäßig mindestens drei wesentliche Teile:

  • Objektive: häufig Linsensysteme in modernen Geräten
  • Prismen: Porro oder Dachkant Prismen
  • Okulare: bestehen nochmals aus 3-6 Linse, was das Sichtfeld vergrößert

Licht spielt die entscheidende Rolle

Ein beobachtetes Objekt reflektiert Lichtstrahlen. Diese treffen das Objektiv, werden durch Prismen gedreht sowie korrigiert und erreichen über die Okulare die Augen des Menschen. Dieser sieht das Bild in einer bestimmten Größe, das vom Vergrößerungsfaktor abhängt.

Das Theaterglas

Es verkörpert die einfachste Form des Fernglases, bei dem auf eine Korrektur durch ein Prismensystem verzichtet wird. Das Bild wird also auch nicht umgekehrt. Das Prinzip geht historisch auf eine holländische Erfindung aus dem Jahr 1608 zurück, die später auch Galilei einsetzte. Man spricht deshalb auch vom Galilei-Fernrohr, das im Theaterglas seine Zwillingsausführung findet.

Das Fernglas

Normale Ferngläser kehren das Bild einmal um und korrigieren es durch ein zwischen Linse und Okular geschaltetes Prismensystem. Die Technik beruht auf einer von Johannes Kepler beschriebenen Idee aus dem Jahr 1611 für ein Fernrohr.

Funktionsweise des Dackkantprisma

Dachkantprisma Fernglas

Dachkantprisma Fernglas

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Funktionsweise des Porroprisma

Porroprisma Fernglas

Porroprisma Fernglas

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Die Vergrößerung

Der Vergrößerungsfaktor ergibt sich als Quotient aus Okular- und Linsenbrennweite.

Hohe Lichtstärke

Die Lichtstärke ist direkt abhängig vom Linsendurchmesser.

Reichweite

Bei der Beobachtung erdgebundener Objekte bildet der Horizont das Ende der Reichweite.
Bei der Beobachtung von Himmelskörpern hängt die Reichweite vom Linsendurchmesser ab, limitiert wird die Reichweite also von der Lichtstärke.

Qualität eines Fernglases

Die Güte und Vergütung (Beschichtung) der verbauten Gläser und Prismen spielt eine entscheidende Rolle dafür, ob das Gerät als hochwertig anzusehen ist.