Kaufberatung

Kaufberatung: Beratung und Tests

Einleitung

Der Kauf eines Fernglases ist nicht gerade einfach. Nicht nur, weil es hunderte Modelle mit tausenden von Vergrößerungen und Funktionen gibt. Auch die richtige Wahl des Fernglas Typs ist entscheidend bei der späteren Freude am Fernglas. Durch den Typ lässt sich die Auswahl an möglichen Modellen recht schnell eingrenzen.

In unserer Kaufberatung wollen wir jedoch nicht nur auf die unterschiedlichen Fernglas Typen verweisen, wir wollen dir auch nahelegen, was beim Kauf generell beachtet werden sollte.

fernglas-kaufberatung

Unterschiedliche Typen

Wie in der Einleitung schon erwähnt, ist die Wahl des Typs vorab schon sehr wichtig.

Stelle dir also die Frage: Für welchen Einsatzzweck benötige ich ein Fernglas? Mögliche Antworten sind hier etwa: Wandern, Vogelbeobachtung, Jagen oder eben Allround.

Die Typen im Überblick

In unserer umfangreichen Übersicht findest du alle gängigen Fernglas Typen. Die beliebtesten Typen zeigen wir dir nachfolgend.

Wichtige technische Merkmale

Hast du dich für einen Typ entschieden oder nicht, spielt bei den technischen Merkmalen nur zweitrangig eine Rolle. Zwar wird durch die Wahl des Typs oft vorab eingegrenzt (Vergrößerung von x5 – x10 für Kinderferngläser bspw.), jedoch gibt es auch innerhalb des Typs Spielraum.

Vergrößerung

Die Vergrößerung des Fernglases gibt an, wie nah du ein Objekt heranholen kannst.

Beispiel: Du betrachtest ein Objekt in 1000m Entfernung.
Bei einem Fernglas mit der Vergrößerung x10 kannst du Details erkennen, welche du mit dem Auge erst auf 100m Entfernung erkennen würdest.

Achtung: Die Vergrößerung alleine ist nicht alles bei Ferngläsern! Wie im späteren Abschnitt “Gewicht” erklärt, musst du auch stets daran danken:

  • Je höher die Vergrößerung, desto schwerer das Fernglas (da aufwändigere optische Einheit).
  • Je schwerer das Fernglas ist, desto schwieriger wird es, dieses ruhig zu halten!

Dämmerungszahl

Je Höher die Dämmerungszahl ist, desto lichtstärker ist dieses. Häufig wird dieser Wert auch als “Helligkeit” angegeben, wie etwa bei uns. Möchtest du also das Fernglas auch bei Sonnenaufgang, Sonnenuntergang, nebligen Wetterverhältnisse oder in der Dämmerung verwenden, achte auf eine hohe Dämmerungszahl.

Gute Dämmerungswerte werden bei Vergrößerungen von etwa x40 oder x50 erreicht.
Eine Dämmerungszahl bzw. Helligkeit ab 25 ist zu empfehlen, wenn eine sehr hohe Lichtstärke benötigt wird.

Rechner für die Dämmerungszahl

Mit diesem Rechner kannst du schnell & einfach die Dämmerungszahl bzw. relative Helligkeit selbst berechnen.

Berechne die Dämmerungszahl mit unserem Rechner einfach selbst:





jetzt berechnen
Legende:

  1. Das Ergebnis liefert die Dämmerungszahl
  2. Die maximale Entfernung besagt, in welcher Entfernung bei Dämmerung Objekte noch scharf abgebildet werden können.

Mehr zur Dämmerungszahl in unserem Ratgeber

Gewicht

Das Gewicht spielt, wie so oft bei technischen und optischen Geräten, eine große Rolle.
Insbesondere wenn die Vergrößerung des Fernglases etwa x30 oder x40 beträgt. Denn je höher die Vergrößerung, desto höher das Gewicht. Und je höher das Gewicht ist, desto schwieriger wird es, das Fernglas ruhig zu halten. Durch ein kleines Sehfeld bei einer hohen Vergrößerung ist es leicht möglich, dass selbst Wackler im Millimeterbereich zu einem verwackelten Bild führen.

Je nach Anwendungstyp sollte also auch auf das Gewicht geachtet werden. Im Zweifel muss, wie etwa bei schweren 1-2 kg Astro Ferngläsern, auf ein Stativ zurückgegriffen werden.

Wichtig ist das Gewicht selbstverständlich auch beim Transport. Ferngläser für die Wanderung bzw. Naturbeobachtung liegen meist in einem angenehmen Bereich von 400 – 600 Gramm. Auch hier ist eben wieder wichtig: Vorab für den richtigen Typ entscheiden und dann gezielt selektieren.

Sehfeld

Das Sehfeld spielt insofern eine Rolle, da es angibt, wie groß der Betrachtungsbereich mit dem Fernglas ist. Dieser Wert kann sowohl in Grad als auch Metern angegeben werden und bezieht sich dabei immer auf eine Entfernung von 1.000 Metern.

Je höher die Vergrößerung, desto kleiner das Sehfeld.

Als Faustregel gilt: 1° = 17,5m

Ein hohes Sehfeld ist also wichtig für bspw.:

Die besten Ferngläser mit einem Sehfeld von 140m

Ein kleines Sehfeld reicht aus für bspw.:

Generelle Faktoren

Porroprisma vs. Dachkantprisma

Eventuell hast du von diesen beiden Prismen schon gehört. Je nach Fernglas Typ und Güte des Fernglases wird vom Hersteller entweder ein Porro- oder ein Dachkantprisma für die Optik verwendet.

Hierzu lässt sich folgendes sagen:

  • Mit heutiger Technik und den ausgereiften Herstellungsprozessen ist für den Einsteiger und den Fortgeschrittenen kein wirklicher Unterschied in der Optik erkenn- bzw. spürbar.
  • Porroprismen Ferngläser können im Zweifel eine leicht bessere Bildqualität liefern
  • Dachkantprismen Ferngläser erlauben die einfache Herstellung von wasserdichten Modellen

Mehr findest du in unserem Ratgeber:

Brillenträger tauglich?

Brillenträger müssten beim Kauf eines Fernglases auf folgende Werte achten:

  • Großer Augenabstand
  • Möglichkeit zum Dioptrienausgleich (für geringe Sehschwächen geeignet)

Die besten Ferngläser für Brillenträger

Abkürzungen in den Modellnamen

Oftmals lässt sich schon am Namen des Fernglases ablesen, welche Funktionen / Features es bietet.

Als Beispiel nehmen wir an dieser Stelle das Kowa BD 8x32 DCF

  • B: Brillenträger tauglich
  • D: Dachkantprisma
  • CF: Close Focus bzw. Scharfstellung über den Mittelbetrieb (bei Dachkant Standard)

Weitere Abkürzungen und deren Bedeutungen in unserem Ratgeber.

Praxistest für das Fernglas

Nach dem Kauf bzw. beim Praxistest des Fernglases lässt sich mit einem kleinen Trick die Qualität des Fernglases recht leicht überprüfen.

Richte das Fernglas bei einer ungefähren Entfernung von 30 cm auf eine weiße Fläche (z.B. Wand, Papierblatt, …).

Wenn du nun durch das Fernglas siehst, muss die runde weiße Fläche gleichmäßig hell sein. Die Helligkeit sollte zum Rand hinaus nicht abnehmen.